Berliner Zeitung (03.11.11): “Das kann ich nicht bezahlen”

Ausschnitt:

Berlin – Immer mehr Mieter leiden unter dem Förderstopp für Sozialwohnungen, weil ihre Vermieter die Preise drastisch erhöhen.

Der 70-jährige Manfred Otto konnte es zunächst gar nicht glauben. Sein Vermieter kündigte ihm per Brief an, dass die Kaltmiete für seine knapp 64 Quadratmeter große Wohnung in der Greifenhagener Straße in Prenzlauer Berg von 384 auf 605 Euro erhöht werden soll. Eine Steigerung um mehr als 50 Prozent. „Ich dachte, es ist nicht wahr“, sagt der Rentner. Schließlich wohnt er in einer Sozialwohnung. Doch das Schreiben war ernst gemeint.

Artikel vom 03.11.2011:
Berliner Zeitung : Mieterhöhungen – Das kann ich nicht bezahlen

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Vor Ort (Oktober 2011): Der Dumme ist der Mieter

Mietenexplosion in der Greifenhagener Straße

Ausschnitt:

Mietenexplosion in der Greifenhagener Straße

Es gibt schönere Häuser in Prenzlauer Berg. Es gibt auch ruhigere Häuser als die Greifenhagener Straße 48, ein Neubau in direkter Nachbarschaft zum S-Bahnhof Schönhauser Allee und zu den Allee Arcaden.
Aber es ist eben Prenzlauer Berg, mittendrin und nicht irgendwo dabei. Gerade ältere Mieter genießen die Nähe von Leben und Lärm und wollen hier nie wieder weg.
Das allerdings sieht die Hausverwaltung Freitag etwas anders. Sie schickte den Bewohnern deftige Mieterhöhungen ins Haus. Bis zu 60 Prozent mehr soll mancher dort ab Dezember bezahlen. Für eine 60 m² große Wohnung, die bislang 391 EUR nettokalt gekostet hat, beträgt die Mieterhöhung 225 EUR. »Dann muss ich eben Schmalzstullen essen, ick zieh hier nich mehr aus«, sagt einer, der noch in diesem Jahr 80 wird.

Artikel vom Oktober 2011:
Downloadseite der VorOrt-Redaktion: Oktober 2011

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Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (13.10.11)

Anfrage vom 16.09.11:
An den regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit

Antwort vom 23.09.11:
Des regierenden Bürgermeister von Berlin mit Verweis auf die Senatorin für Stadtentwicklung, Frau Junge-Reyer

Antwort vom 13.10.11
Von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung:


Die 15-jährige Förderung ihrer Wohnhäuser endet am 30.09.2011. Die Wohnungen sind damit von der Einstellung der Anschlussförderung betroffen. Der Eigentümer darf ab 01.10.2011 die Miete bis auf die sogenannte Kostenmiete erhöhen. Nach unseren Informationen haben alle Mieterhaushalte in Ihrem Objekt Mieterhöhungen auf rund 10€/m2 Wohnfläche monatlich ab 01.12.2011 erhalten. Diese Forderung ist preisrechtlich zulässig.

Es folgt der Hinweis auf die Unterstützungsangebote der AG SPAS und die Förderprogramme der IBB.
Jedoch sieht auch die Senatsverwaltung darin keine “keine dauerhafte Lösung”:

Bei diesen erheblichen Mieterhöhungen, die über die ortsübliche Vergleichsmiete hinausgehen, wird der Mietausgleich jedoch nur einen Teil der Mieterhöhung ausgleichen und für viele Mieterinnen und Mieter wahrscheinlich keine dauerhafte Lösung bieten können.

Wird sich darüber hinaus aber auch nicht für die Mieter einsetzen:

Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich aus den hier dargelegten Gründen außer der genannten keine andere Lösung des Problems in Ihrem Sinne aufzeigen kann.


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Termin bei der AG SPAS

Wir hatten heute unseren Termin bei der AG SPAS in Berlin-Schöneberg.

Die AG SPAS wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit der Betreuung der Mieter beauftragt die von den krassen Mieterhöhungen betroffen sind:

Wir erhalten Unterstützung bei der Beantragung der IBB Förderangebote:

  • Mietausgleich
  • Umzugskostenhilfe
  • Umzugsberechtigung

Sollten wir uns zu den eigentlich unvermeidlichen Auszug entschließen, schreibt die AG SPAS die Städtische Wohnungsbaugesellschaften nach verfügbaren Wohnungen an.

Der Mitarbeiter der AG SPAS hat sich unsere Unterlagen (Mietvertrag, Mieterhöhung) kopiert und ein Formblatt mit unseren Daten angelegt.

Es war eine sehr freundliche Atmosphäre, aber letztlich kann unser Wunsch nach einer bezahlbaren Miete in der Greifenhagener Straße auch von der AG SPAS nicht erfüllt werden!

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An die Eigentümer des Hauses Greifenhagener Strasse

Der folgende Brief wurde am 29.09.11 von den Mietern unterschrieben und abgeschickt:


Mieter der Greifenhagener Strasse, 10437 Berlin

Eigentümer des Hauses Greifenhagener Strasse

Berlin, den 29.09.2011

Sehr geehrter Eigentümer des Hauses Greifenhagener Strasse,

Wir sind die betroffenen Mieter der drastischen Mieterhöhung in der Greifenhagener Strasse, die von Ihnen das Schreiben zur Mieterhöhung am 25.08.2011 bekommen haben.

Mit der Mieterhöhung sind wir nicht einverstanden!

Wir fordern von Ihnen, dass Sie die Mietspiegelwerte so wie alle Hausbesitzer einhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Die Mieter der Greifenhagener Strasse

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Beratungsangebot der AG SPAS (27.09.11)

Der folgende Brief wurde den Mietern der Greifenhagener Straße von der Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und
angewandte Stadtforschung im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugeschickt:


Sehr geehrte Mieterinnen und Mieter,

die
AG SPAS e.V.
Arbeitsgemeinschaft für Sozialplanung und angewandte Stadtforschung

wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beauftragt, Sie bei der Lösung von Problemen zu unterstützen, die im Zusammenhang mit dem Wegfall der Anschlussförderung für ihre Wohnung auftreten (siehe Anschreiben der Senatsverwaltung).

Wir stehen Ihnen für Fragen, die in diesem Zusammenhang anfallen (wie z.B. Mieterhöhungen, einzuhaltende Kündigungsfristen, spezielle Problem- u. Härtefallsituationen), gerne zur Verfügung. Sollten Sie sich aufgrund der Mietsteigerung entschließen, aus der jetzigen Wohnung auszuziehen, können wir Ihnen in Zusammenarbeit mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften bei der Suche nach einer geeigneten und angemessenen Wohnung behilflich sein.

Beratungsangebot AG SPAS

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Beratungsangebot der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (26.09.11)

Der folgende Brief wurde den Mietern der Greifenhagener Straße von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugeschickt:


Zusätzliche Beratung und Hilfestellung für vom Wegfall der Anschlussförderung betroffene Mieterhaushalte

Ihre Wohnhäuser sind mit Wirkung vom 1. Oktober 2011 vom Wegfall der Anschlussförderung im
Sozialen Wohnungsbau betroffen. Alle Mieterhaushalte in Ihren Wohnhäusern haben Ende August
2011 erhebliche Mieterhöhungen zum 1. Dezember 2011 erhalten und sind zutiefst verunsichert.

Es stellen sich für Sie vielleicht folgende Fragen:
- Welche Konsequenzen muss ich aus einer Mieterhöhung zwingend ziehen?
- Welche Unterstützung kann ich bei der Suche nach einer geeigneten neuen Wohnung erhalten?
- Wer hilft bei speziellen individuellen Problem- und Härtefällen?

Beratungsangebot

Beratungsangebot Seite 2

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Antwort der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin (23.09.11)

Anfrage vom 16.09.11:
An den regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit

Antwort vom 23.09.11:

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Berliner Kurier (17.09.11): Hilfe, wir werden raussaniert!

Auschnitt:

Prenzlauer Berg –

Der Schock kam beim Abendbrot. Kurz vor 20 Uhr klingelte es bei Doris Gerbinski in der Greifenhagener Str. 48. Doch der Bote vor der Tür verkündete keine frohen Nachrichten. Die 52-Jährige kassierte per Brief eine saftige Mieterhöhung. Wie alle ihrer Nachbarn, zum Teil bis zu 80 Prozent.

Grund ist das Auslaufen der Anschlussförderung für die Sozialbauten (der Komplex im Prenzlauer Berg wurde 1996 fertiggestellt) Ende September aus. Die Vermieter können nun die volle Kostenmiete verlangen. Ab 1. Dezember erhöhen sie drastisch die Kaltmiete. Akzeptieren wollen die Anwohner der Greifenhagener Str. 48 das nicht, bezahlen erst recht nicht. Weil sie es nicht können.

Artikel vom 17.09.11:
Berliner Kurier: Mieterhöhung bis 80 Prozent – Hilfe, wir werden raussaniert!

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An den regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (16.09.11)

Der folgende Brief wurde am 16.09.11 von den Mietern unterschrieben und abgeschickt:


Die Mieter der Häuser Greifenhagener Straße 48. 48 a und 48 h in 10437 Berlin

An den Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit.

Sehr geehrter Herr Wowereit.

diesen Hilferuf an Sie schreiben wir 3 Tage vor der Wahl.
in der Hoffnung und dem festen Glauben, dass Sie auch weiterhin die Geschicke unserer Stadt leiten und lenken werden.
Viele Parteien, junge Familien mit Kindern ebenso wie Prenzlberger Urgesteine wohnen in dem o.g. Komplex, ordentlich miteinander, anständig die Mieten zahlend und Haus und Hof reinlich und gepflegt haltend, bis uns vor 14 Tagen plötzlich eine Miterhöhung um 57% in die Wohnungen flatterte. Der Hausbesitzer begründet diese 01.12.2011 in Kraft tretende nicht angekündigte Mieterhöhung mit dem Auslauf der Senatsfördermittel für sozialen Wohnungsbau. Unsere Bitte um ein Gespräch mit dem Hauseigentümer wurde abgelehnt, aus seinem Mitarbeiterstab aber sickerte durch, daß ab 2014 aus dem Komplex zu 100% Eigentumswohnungen werden sollen.
Viele Mieter resignieren, weinen, fürchten auf Grund von nicht vorhandenen Rechtsschutzversicherungen den Kampf um ihr Recht auf Wohnraum, denken schon an einen letzten Schritt, besonders ältere und alleinstehende Mieter, aber auch die jungen Menschen mit ihren Kindern können so eine Mieterhöhung nicht verkraften. Die Printmedien, u.a. BERLINER KURIER oder auch das RBB-Fernsehen mit der Abendschau nahmen sich des Sachverhaltes an. wurden aber von der Hausverwaltung ebenso abgefertigt und ignoriert.

Bitte helfen Sie uns, denn noch haben wir doch keine amerikanischen Verhältnisse, noch zählt doch der Mensch. der für sein bisschen Rente ein Leben lang hart gearbeitet hat und noch leben wir nicht in einem rechtsfreien Raum.

Informationen finden Sie anbei.
der Bericht der Abendschau ist unter diesem Link zu finden:

http://www.youtube.com/watch?v=byTHM1Hr5GU

Hier will sich keiner davor drücken. steigende Kosten mitzutragen. aber Mietsteigerungen sind doch geregelt?

Danke

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